Ist eine Geburt planbar?

Irgendwie schon ein bisschen, würde ich sagen. Ich kann mir vorher schon Gedanken machen, wo ich mein Kind gebären möchte. Stelle ich mir eine Hausgeburt vor, eine Geburt in einem Geburtshaus oder doch in einer Klinik mit Beleghebamme? Wichtig ist dabei zu wissen, dass man sich selbst schon sehr früh dafür interesieren muss, da viele Hebammen nicht unendlich viele Kapazitäten haben. Also gern schon nach der Befruchtung ( 😉 ) darüber Gedanken machen. Viele Frauen melden sich schon bei mir an, ohne vorher überhaupt beim Frauenarzt gewesen zu sein.

Geburten zu Hause oder in einem Geburtshaus gehen aber nicht immer. Einige Kriterien müssen dafür erfüllt werden. Diese könnt ihr aber bei einer Anmeldung erfragen 🙂 Falls ihr euch für eine Klinik entscheidet und dabei mehrere zur Auswahl habt, nutzt die Möglichkeit einer Klinikbesichtigung. Diese wird in den meisten Kliniken einmal im Monat angeboten und darf gern schon zu einem frühen Zeitpunkt genutzt werden. Schließlich ist es nicht immer gesagt, dass eine Schwangerschaft ganz unkompliziert verläuft und somit vielleicht auch ein Krankenhausaufenthalt in einer frühen Schwangerschaftswoche nötig wird. Dafür ist es gut, die Klinik bereits schon kennengelernt zu haben. Falls Kliniken Beleghebammen die Möglichkeit geben, dort zu entbinden, (so wie ich arbeite) wäre eine frühe Anmeldung sicher zu empfehlen. Viele Beleghebammen nehmen monatlich nur eine bestimmte Anzahl an Frauen an.

Die Geburt selbst kann man nicht planen. Da gilt der Spruch „Manchmal kommt es anders als man denkt“. Das heißt nicht, dass Geburt nicht normal ablaufen kann, aber doch anders als Frau sich vorstellt. Angst haben muss man deshalb aber nicht. Selbst für uns Hebammen laufen manche Geburten ganz anders als wir gedacht haben, auch, wenn man über die Jahre als Hebamme schon ein gutes Gefühl entwickelt hat. Einige Frauen kommen mit einem perfekt erstellten Geburtsplan in die Klinik, was sicherlich auch total in Ordnung ist. ABER: Plant nicht zu viel! Nicht, dass ihr nachher enttäuscht seid, weil manche Dinge nicht so laufen, wie geplant. Eine Beleghebamme an seiner Seite zu haben, ist sicherlich ideal, da man schon im Voraus viele Dinge in Ruhe besprechen kann und so schon ein Vertrauensverhältnis vor der Geburt entsteht.

Zum Glück laufen die meisten Geburten aber unkompliziert ab. Sie sind anstrengend, aber man ist nachher stolz, es geschafft zu haben. Es gibt aber auch Verläufe, die man so nicht geplant hat. Wo man sich durchkämpft, anstrengt und am Ende doch das Gefühl hat, versagt zu haben, was aber definitiv bei weitem nicht so ist. Manche Geburten enden mit einem Kaiserschnitt, was für manche Frauen so gar nicht denkbar war und welche dann ganz schön viel zu verarbeiten haben. Versagt habt ihr dabei nicht und das vorhandene Team macht sich genug Gedanken über die Geburt und wird euch in den meisten Fällen mit einbeziehen und besprechen, wieso man jetzt diesen Weg gehen möche. Es ist manchmal nicht zu umgehen. Auch versagt ihr nicht, wenn ihr doch zu einer PDA greift oder euch für ein anderes Schmerzmittel entscheidet, weil ihr einfach an Grenzen gestoßen seid, die ihr nicht mehr so tragen könnt. Ich finde ihr könnt eher dankbar darüber sein, auf solche Erleichterungen zurückgreifen zu können.

Malt euch nicht allzuviel aus, lasst noch Platz für andere Dinge, die nicht so geplant waren und seid nicht enttäuscht, wenn nicht alles so 100%ig klappt. Seid stolz auf euch und ich hoffe, dass ihr nach der Geburt rückblickend sagen könnt „Es war anstrengend, aber für dieses Erlebnis Geburt, würde ich gern noch zehn weitere Kinder bekommen wollen.“

Alles Liebe, eure Kathrin 🙂

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