Die verschiedenen Gebärpositionen

Das Thema „Gebärpositionen“ ist ein Thema, über welches man stundenlang diskutieren könnte, wobei am Ende jede/r dennoch eine andere Meinung haben würde. Entscheidend dabei ist aber nicht unbedingt, was die Hebammen oder Ärzte zu diesem Thema meinen. Vielmehr geht es darum, was ihr meint, was euer Körper vorgibt und was gut für euch ist. Jede Frau sollte das tun dürfen, was ihr gut tut, solang es auch aus medizinischer Sicht keine Einwände gibt.

Auch, wenn das Liegen nicht die optimale Gebärposition zur Wehenverarbeitung ist, so darf Frau bei mir trotzdem liegen, solang der Geburtsvorgang im Fluß bleibt. Ich persönlich habe bei der Geburt diese Position gewählt, da ich mich so am wohlsten gefühlt habe. Ich habe gemeckert wie ein Rohrspatz, als meine Hebamme mich in die aufrechte und kniende Position gebracht hat. Ehrlicherweise muss ich aber dazu sagen, dass es von großem Nutzen war, da dadurch der Geburtsvorgang maßgeblich unterstützt wurde und nach 2,5 Stunden Austreibungsphase durchaus sinnvoll war. Gerade, wenn die Geburt bereits weit fortgeschritten ist, ist ein Positionswechsel sehr hilfreich.

Die Seitenlage ist ideal für die Frauen, die sich im Liegen am wohlsten fühlen. Diese Position ist zudem optimal dafür, das Baby zu animieren, sich in die richtige Position zu drehen. Die Lieblingsposition in der Endphase ist allerdings der Vierfüßlerstand. Oft muss man die Frau aber  dazu bringen und „verhandeln“ es auszuprobieren, da sie diese Position nicht unbedingt von selbst wählen. Einige Frauen finden diese Position jedoch von selbst. Bei dieser kniet man auf dem Bett und lehnt sich mit dem Oberkörper auf die obere Bettkante (gut gepolstert mit einigen Kissen). So kann man das Becken kreisen lassen, sich auf den Kissen ausruhen und der Schwerkraft freien Lauf lassen. Wichtig ist es vor allem auch experimentierfreudig zu sein und verschiedene Positionen wenigstens einmal auszuprobieren.

Im Folgenden nenne ich euch ein paar Positionen, in denen das Becken bewegt werden kann und die nützlich sind, um den Geburtsvorgang zu unterstützen:

  • Laufen
  • Sich nach vorn Überbeugen (Auf einer Fensterbank oder auf der Bettkante)
  • Sitzen auf dem Gebärhocker
  • Vierfüßlerstand
  • Sich an ein Seil oder eine Sprossenwand hängen

Diese Positionen sind gerade in der Eröffnungsperiode sehr wichtig. Bei Frauen, die sich nicht so gern bewegen wollen nutze ich einen Einlauf oder schicke sie zwischendurch öfter auf die Toilette. Dort müssen sie geburtsunterstützende Positionen zwangsweise einnehmen und ein voller Darm, sowie eine volle Blase wären darüberhinaus hinderlich für die Geburt.

Geboren werden kann also in jeder Position. Wichtig dabei ist, dass es voran geht und die Frau sich den Umständen entsprechend wohl fühlt.

Alles Liebe, eure Kathrin

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