Die Frage nach der perfekten Kliniktasche begegnet mir in meinem Hebammenalltag wirklich ständig:
„Was muss ich unbedingt in die Kliniktasche packen – und was kann ich getrost zu Hause lassen?“
Und ich kann total verstehen, warum diese Frage so präsent ist. Gerade vor der Geburt möchte man gut vorbereitet sein – gleichzeitig kursieren unzählige Listen zur Kliniktasche, die oft eher verunsichern als helfen.
Ich arbeite seit vielen Jahren als Hebamme und habe in dieser Zeit unzählige Geburten begleitet. Genau aus diesen Erfahrungen heraus ist auch unser Shop Hebammenkonsum entstanden – nicht, weil es noch mehr Produkte braucht, sondern weil ich immer wieder gesehen habe, welche Dinge für die Kliniktasche wirklich sinnvoll sind und Frauen im entscheidenden Moment unterstützen.

In diesem Beitrag zeige ich dir deshalb ganz ehrlich, was aus Hebammen-Sicht wirklich in die Kliniktasche für die Geburt gehört – und vor allem auch, was du guten Gewissens weglassen kannst.
Wenn wir auf das Baby schauen, kommt für viele die größte Überraschung: Für dein Baby brauchst du in der Kliniktasche tatsächlich am wenigsten.
In der Klinik wird das Nötigste, wie Kleidung, in der Regel gestellt. Rein praktisch gesehen müsstest du also gar nichts Eigenes für dein Baby mitnehmen. Und trotzdem wünschen sich viele Eltern ein paar persönliche Dinge – und das kann ich total nachvollziehen.
Was ich aus meiner Erfahrung als Hebamme für die Kliniktasche wirklich empfehlen kann, sind wenige, aber sehr bewusste Dinge.
Dazu gehört für mich ganz klar unser rotes Geburtshandtuch für die Geburt. Es ist eines der Produkte, das ich immer wieder für die Kliniktasche empfehle. Die rote Farbe hat dabei einen ganz bewussten Hintergrund: Sie erinnert das Neugeborene an die Umgebung im Mutterleib und kann dadurch beruhigend und orientierend wirken in dieser völlig neuen Welt. Gerade direkt nach der Geburt ist es etwas ganz Besonderes, dein Baby in dieses Tuch einzuhüllen – es schafft sofort Geborgenheit und unterstützt einen sanften Übergang ins Leben.
Außerdem empfehle ich für die Kliniktasche eine gute Merino-Woll-Mütze für Neugeborene. Neugeborene verlieren viel Wärme über den Kopf, und gerade in den ersten Stunden ist eine stabile Temperatur unglaublich wichtig. Ich favorisiere hier ganz bewusst unsere Mütze, weil sie wirklich gut sitzt, nicht verrutscht und die Kinder in den ersten Tagen und Wochen zuverlässig begleitet.
Auch ein kleines wärmendes Höschen kann für die Kliniktasche sinnvoll sein. Selbst beim Bonding, das unglaublich viel Wärme gibt, erlebe ich immer wieder, dass Babys in den ersten Stunden etwas auskühlen.
Und wenn du dein Baby zwischendurch einmal ablegen möchtest – was völlig normal ist, gerade wenn kein Familienzimmer möglich ist oder du selbst kurz zur Ruhe kommen, duschen oder zur Toilette gehen möchtest – dann empfehle ich für die Kliniktasche zusätzlich einen Merinowollschlafsack für Neugeborene. Er gibt deinem Baby Geborgenheit und hält es zuverlässig warm, ohne zu überhitzen. Gerade Merinowolle ist hier ein unglaublich schönes Material für den Start ins Leben: temperaturausgleichend, weich und angenehm auf der Haut.

Was gehört für dich als Mama in die Kliniktasche?
Wenn wir auf dich als Mama schauen, wird schnell klar: In der Kliniktasche für die Geburt darf für dich persönlich etwas mehr Platz sein. Denn hier geht es vor allem darum, dir diese besondere Zeit so angenehm und entspannt wie möglich zu machen.iele Dinge, die dir guttun, sind sehr individuell. Was dir ein Gefühl von Sicherheit, Ruhe und Wohlbefinden gibt, kann ich dir nicht vollständig vorgeben – und genau das ist auch richtig so. Deine Kliniktasche darf sich nach dir anfühlen.
Zu den Basics für die Kliniktasche gehören natürlich deine persönlichen Dinge: deine Kulturtasche, bequeme Kleidung und alles, was du auch zu Hause nutzt. Achte bei deiner Auswahl unbedingt darauf, dass deine Kleidung stillfreundlich, weich und vor allem bequem ist. Gerade für die Geburt im Kreißsaal empfehle ich dir Kleidung, in der du dich wirklich wohlfühlst – locker geschnitten, leicht an- und auszuziehen und nicht einengend. Dein Körper leistet unter der Geburt Unglaubliches. Alles, was dir dabei hilft, dich frei zu bewegen und dich sicher zu fühlen, unterstützt dich auch mental.
Was ich dir außerdem sehr ans Herz lege: Pack dir ein kleines Kreißsaaltäschchen innerhalb deiner Kliniktasche. So hast du alle wichtigen Dinge sofort griffbereit, wenn es losgeht.
Aus meiner Erfahrung als Hebamme – und auch aus vielen Rückmeldungen von Frauen – gibt es ein paar Dinge, die sich im Kreißsaal immer wieder bewährt haben:
Ein Trinkbecher mit Strohhalm ist unglaublich hilfreich, weil du so auch unter der Geburt leichter trinken kannst, ohne dich groß aufrichten zu müssen.
Haargummis sorgen dafür, dass du dich nicht ständig gestört fühlst und dich ganz auf dich konzentrieren kannst.
Wenn du dich gerne mit Musik entspannst, können Kopfhörer dir helfen, dich zurückzuziehen und eine ruhige, geschützte Atmosphäre für dich zu schaffen. Ein Lippenbalsam ist ein kleines Detail mit großer Wirkung – durch die Atmung während der Wehen trocknen die Lippen oft aus, und ein gepflegtes Gefühl kann hier viel ausmachen.
Und ein Tipp, den ich wirklich immer wieder mitgebe:
👉 Pack dir unbedingt ein paar warme, dicke Socken ein.
Warme Füße spielen unter der Geburt eine größere Rolle, als viele denken. Wenn dir kalt ist, kann sich das tatsächlich auch auf die Wehentätigkeit auswirken. Wärme hingegen unterstützt deinen Körper dabei, loszulassen und gut zu arbeiten.
In dieses kleine Kreißsaaltäschchen innerhalb deiner Kliniktasche gehören für mich all die Dinge, die dich während der Geburt konkret unterstützen und die du wirklich schnell griffbereit haben möchtest.
Das sind zum einen ganz persönliche Kleinigkeiten, auf die ich zuvor schon eingegangen bin – Dinge, die dir helfen, dich wohlzufühlen und ganz bei dir zu bleiben. Darüber hinaus gibt es aber auch einige Hilfsmittel, die ich aus meiner Hebammenarbeit immer wieder gerne empfehle, weil viele Frauen unter der Geburt sehr davon profitieren.
Ein Geburtskamm ist zum Beispiel ein einfaches, aber unglaublich wirkungsvolles Tool zur natürlichen Schmerzlinderung während der Wehen. Durch den gezielten Druck in der Handfläche werden Schmerzreize umgeleitet, sodass die Wehen oft als besser handelbar empfunden werden. Auch ein Geburts-TENS-Gerät kann eine sehr wertvolle Unterstützung für die Geburt sein. Es arbeitet mit sanften elektrischen Impulsen, die über Elektroden am Rücken abgegeben werden und dabei helfen können, die Schmerzempfindung während der Wehen zu reduzieren und dich gleichzeitig in deinem Geburtsprozess zu unterstützen. Wichtig ist mir hier ein entscheidender Hinweis: Nutze das TENS-Gerät nicht erst zum ersten Mal in der Klinik, sondern lege es idealerweise bereits bei beginnender Wehentätigkeit zu Hause an. So kannst du dich in Ruhe daran gewöhnen und die Wirkung zur Schmerzerleichterung unter der Geburt optimal entfalten.
Ein großer Vorteil dieses vorbereiteten Kreißsaaltäschchens ist, dass du damit nicht nur in der Klinik alles griffbereit hast, sondern auch zu Hause schon bestens vorbereitet bist. Wenn die Wehen beginnen, musst du nicht erst Dinge zusammensuchen, sondern hast alles Wichtige direkt an einem Ort. Gerade weil man nie genau weiß, wann es losgeht, schafft das eine große Ruhe und Sicherheit.
Was ich außerdem sehr schön und unterstützend finde, ist alles, was eine ruhige, geborgene Atmosphäre im Kreißsaal schafft.
Unsere Geburtskerze ist hier eine wunderbare Ergänzung – auch wenn sie nicht in allen Kliniken erlaubt ist. Umso mehr empfehle ich unser Geburtsspray für die Geburt, das den Raum mit einem angenehmen Duft erfüllt und so für mehr Entspannung, Ruhe und Wohlbefinden sorgt. Viele Frauen empfinden das als sehr unterstützend während der Wehen. Und auch im Wochenbett oder auf Station kann dieser vertraute Duft dabei helfen, sich wieder an diesen besonderen Moment der Geburt zu erinnern und eine schöne, ruhige Stimmung zu schaffen.
Zusätzlich empfehle ich, bereits ein paar Dinge für die erste Zeit nach der Geburt mit in dieses Kreißsaaltäschchen zu packen, damit du direkt im Kreißsaal davon profitieren kannst. Dazu gehört zum Beispiel das Recover Spray von Into Life, das die Regeneration im Intimbereich unterstützen kann und gleichzeitig auch bei empfindlichen oder wunden Brustwarzen wohltuend ist. Auch kühlende Wochenbett-Binden, wie die von Lansinoh, können direkt nach der Geburt eine spürbare Erleichterung sein, wenn du sie schon griffbereit hast.
Und auch wenn wir es im Baby-Teil bereits angesprochen haben: Denk unbedingt daran, dein Geburtshandtuch mit in den Kreißsaal zu nehmen. Gerade dieser erste Moment nach der Geburt ist etwas ganz Besonderes – und es ist schön, dein Baby direkt darin einhüllen zu können. So hast du mit deinem Kreißsaaltäschchen alles Wichtige an einem Ort – übersichtlich, griffbereit und genau dann verfügbar, wenn du es brauchst.
Wenn du nach der Geburt vom Kreißsaal auf die Station verlegt wirst, hast du mit deinem vorbereiteten Kreißsaaltäschchen im Prinzip schon alles Wichtige direkt bei dir. Viele der Dinge, die dich unter der Geburt unterstützt haben, begleiten dich auch in der ersten Zeit danach weiter.
Das Recover Spray von Into Life kannst du zum Beispiel weiterhin nutzen, genauso wie die kühlenden Wochenbett-Binden, die gerade in den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt sehr wohltuend sein können. Da das Recover Spray eher mild im Geruch ist, empfehle ich ergänzend auch das Regenerationsspray von Motherlove, das eine etwas frischere, duftigere Note verleiht und von vielen Frauen als sehr angenehm empfunden wird.
Eine Po-Dusche gehört für mich ebenfalls unbedingt in die Kliniktasche. Gerade nach der Geburt empfinden viele Frauen es als sehr angenehm, den Intimbereich nach dem Toilettengang sanft mit lauwarmem Wasser zu reinigen. Das ist deutlich schonender als Toilettenpapier, unterstützt die Hygiene und kann die Heilung positiv begleiten – ein kleines Tool mit großer Wirkung im Wochenbett.
Auch ein Geburts-TENS-Gerät kann dich nach der Geburt weiterhin begleiten – besonders dann, wenn du bereits ein zweites oder drittes Kind bekommst. Die Nachwehen werden oft als deutlich intensiver empfunden, und hier kann es sehr hilfreich sein, das TENS-Gerät einfach weiter angelegt zu lassen, um die Schmerzen zu lindern und den Körper sanft zu unterstützen.

Ergänzend dazu haben wir bei uns im Shop auch ein Produkt von Jolly Mama, das speziell bei Nachwehen unterstützen kann. Es funktioniert wie eine kleine Kur und lässt sich wunderbar schon im Vorfeld mit in die Kliniktasche packen – gerade, wenn du bereits Erfahrung mit stärkeren Nachwehen gemacht hast.
Wenn du aus deiner ersten Stillzeit weißt, dass deine Milchbildung etwas Zeit gebraucht hat, kann es sinnvoll sein, dich bereits im Vorfeld vorzubereiten. Ich empfehle in solchen Fällen oft, More Milk Kapseln schon vor der Geburt bereitzulegen und sie direkt nach der Geburt einzunehmen, um die Milchbildung zu unterstützen. Dein Körper zeigt dir in der Regel sehr gut, wann du die Einnahme wieder reduzieren oder beenden kannst.
Ein weiteres Thema, das viele Frauen betrifft, sind empfindliche oder wunde Brustwarzen. Natürlich hoffe ich sehr, dass du in der Klinik gut begleitet wirst und wertvolle Unterstützung beim Stillen bekommst, damit es gar nicht erst zu Problemen kommt. Dennoch zeigt die Erfahrung, dass es häufig zu Irritationen kommen kann – und hier ist es hilfreich, vorbereitet zu sein.
Ich empfehle daher, ein passendes Pflegeprodukt mit in die Kliniktasche zu nehmen. Für die tägliche Pflege kann ein Produkt wie das Nipple Balm von Into Life sinnvoll sein. Wenn die Brustwarzen jedoch bereits wund oder gereizt sind, habe ich persönlich sehr gute Erfahrungen mit der Motherlove Brustwarzencreme gemacht. Sie gehört für mich zu den absoluten Must-haves in diesem Bereich. Auch Silberhütchen können eine sehr gute Unterstützung sein und lassen sich problemlos in der Kliniktasche unterbringen.
Viele Dinge werden dir in der Klinik bereits zur Verfügung gestellt. Vorlagen und Netzhöschen sind in der Regel vorhanden, sodass du diese nicht unbedingt selbst mitbringen musst. Wenn du jedoch Wert auf mehr Komfort legst, empfehle ich dir unsere Mother Mother Höschen. Sie geben ein deutlich angenehmeres Tragegefühl, bieten mehr Halt und können gewaschen und mehrfach verwendet werden.
Bei Stilleinlagen gilt: Standardprodukte sind meist vorhanden. Wenn du dich jedoch bewusst für eine bestimmte Variante entscheidest, wie zum Beispiel Stilleinlagen aus Wolle und Seide, solltest du diese auf jeden Fall selbst mitbringen.
Am Ende ist es mir wichtig, dir mit diesem Beitrag eine Orientierung zu geben.
Deine Kliniktasche darf zu dir passen.
Ich wünsche dir von Herzen eine wunderschöne Geburt und dass du genau die Erfahrung machen darfst, die du dir für dich und dein Baby wünschst. Und ich hoffe sehr, dass dieser besondere Moment dich ein Leben lang in positiver Erinnerung begleiten wird.